Relativ rasch einigten sich die Spieler darauf, das Turnier am Samstag zu Ende zu spielen. Auch Joe und ich waren sofort einverstanden. Bereits im ersten Level gewann ich mit viel Glück einen Monsterpot von 35'000 Chips. Bei einem Startkapital von 12'000 ist das natürlich ein Start nach Mass. Zwei Spieler floppten ein Full House. Auf dem Board zeigten sich zwei Queens und eine 10. Nach Bet, raise und reraise ging ich schliesslich mit meinem Set Queens All-in, da ich überzeugt war, dass mein Kicker (Jack) ausreicht, denn vor dem Flop wurde nicht geraist und es kämpften 6 Spieler um den fetten Pott. Als ich schliesslich von der jungen hübschen Lady zu meiner linken sowie von einem weiteren Spieler gecallt wurde, war mir klar, dass mindestens einer das Haus schon voll gemacht hat. Ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, dass ich früh wieder den Heimweg antrete. Der Spieler am Button zeigte zwei 10er, die Dame hatte mit Q10 die Nuts gefloppt. Wie bereits erwähnt gewann ich den Mega-Pot und traf glücklich auf dem River einen Jungen.
Super Turnierstruktur
Ganze sieben Stunden später war ich unter den verbleibenden 7 Spielern immer noch Chipleader. Mit meinem harten Schädel, man könnte auch stur sagen – oder war ich einfach nur müde? – verlor ich dann die Hälfte meiner Chips mit Pocket Queens gegen die Könige. Obschon ich noch beinahe im Schnitt war ging ich untypischerweise TILT! Ich hatte schlicht und einfach keine Energie mehr, nachdem ich bereits am Finaltisch zwei Stunden keinen Pot mehr gewinnen konnte, vom gleichen tighten Spieler immer wieder bei meinen Raises All-in gesetzt wurde und meine Chips stetig abnahmen. Mir war auch bewusst, dass der Weg zum Ziel noch lange war, denn wie bereits erwähnt, war die Turnierstruktur für geduldige Pokerspieler der absolute Hammer. Im 9. Level waren wir erste bei 500/1000 angelangt, bei einem Schnitt von 27'000! Da kann man wirklich Poker spielen. Eine ähnliche Struktur habe ich bisher noch nirgends erlebt. Nicht einmal an den CAPT und auch nicht am Swiss Masters im letzten Jahr. Ich persönlich hatte mich jedoch nicht wirklich auf eine solch lange Nacht eingestellt und riskierte zuviel. Mir fehlt einfach die Geduld.
Tolle Organisation und starke Dealer
Wenn jemand jedoch mehr Geduld hat als ich an diesem schönen Pokerevent, dann kann ich ihm am nächsten Wochenende den Weg nach Basel nur bestens empfehlen. Gespielt wird wiederum ein Deep Stack Turnier mit einem Einsatz von CHF 300.--! Angemeldet sind bereits über 200 Spieler und dem Sieger winken im Moment 11'000 Schweizer Franken und knapp 700 Swiss-Rankingpunkte. Bei einem vollen Teilnehmerfeld werden es über CHF 20'000.— sein. Mehr Infos entnimmst du bei der Website von Other Poker. www.otherpoker.ch
Das Team hat mir übrigens einen sehr sympathischen Eindruck gemacht, und insbesondere die Dealer waren wirklich stark. Wer also strukturmässig ein bisschen üben will für die WSOP in Las Vegas, der sollte den Event vom nächsten Wochendende in Basel nicht verpassen. In Basel bei Other Poker kann jeder zeigen, dass er etwas vom Pokerspielen versteht.
TV-Tisch beim Finaltable
In Basel wird es keinen Zufallssieger geben. Favorit ist natürlich wieder einmal Joe Zurzolo, der, so nebenbei erwähnt, seit zwei Wochen von Other Poker gesponsort wird und an diesem Turnier teilnehmen wird. Ein zusätzlicher Anreiz also für viele Pokerspieler, sich mit dem erfolgreichsten Schweizer Turnierspieler der letzten Jahre zu messen. Zudem wird beim Finaltisch ein TV-Tisch eingesetzt und LIVE (leicht verzögert) auf Grossbildschirmen übertragen. Der erste kurzfristige Deal übrigens hat sich bereits für beide Seiten gelohnt. Wetten, dass Other Poker daran interessiert sein wird, Joe Zurzolo längerfristig zu unterstützen? Der sympathische Geschäftsführer von Other Poker, Deniz Essen, hat es auf jeden Fall schon gecheckt und er ist sehr daran interessiert, Joe Zurzolo demnächst an einem grossen Anlass im Ausland zu sponsoren. Auch für dich Joe ist es also eine gute Übung, dich mit der etwas anderen Turnierstruktur vertraut zu machen. Good luck Joe, good luck everibody.
Michel Fankhauser