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Von: Chris Engeler

Rankings hier, Rankings da

 

Immer mehr gibt es verschiedene Ranglisten, interne Bewertungssysteme und Qualifikationsturniere.

 

Nun frage ich mich, wo dies noch hinführen wird und ob dies der richtige Weg ist.

Nehmen wir mal zB das Boxen. Im Jahre 1681 organisierte der Herzog von Albemarle den ersten, schriftlich belegten Box-Kampf. Seither ist viel geschehen. Es wurden Regeln erstellt, Wettkämpfe veranstaltet und Weltmeister gekürt.

 

Beim Profiboxen gibt es keine zentrale Organisation, die weltweit alle wichtigen Landesverbände umfasst und somit auch das alleinige Recht hat, den Titel „Weltmeister“ zu vergeben. Stattdessen gibt es eine große Anzahl von Verbänden, die etwas missverständlich „Weltboxverbände“ genannt werden. Es handelt sich dabei allerdings eher um gewinnorientierte Unternehmen. Im Boxen geht es sehr stark um das Geld, das bei der Veranstaltung eines Boxkampfes fließt.

 

Früher konkurierten sich die National Boxing Association, Vorläuferin der heutigen World Boxing Association WBA und die New York State Athletic Commission NYSAC.

 

Heute existieren deren 4 Weltverbände. Nebst der WBA und der aus der NYSAC entstandenen Worl Boxing Council WBC, splittete sich 1983 die International Boxing Federation IBF von der WBA ab. 1988 kam dann noch die World Boxing Organisation WBO dazu.

 

Ihr Einfluss liegt darin, dass sie bekannte Boxer und Promoter davon überzeugen können, um ihre Titel zu boxen und ihnen einen Anteil ihrer Kampfbörse für ihren „Titel“ zu überlassen. Um große Gelder geht es nur bei diesen vier Verbänden. Es lohnt sich für einen guten Boxer nicht, um Titel abseits dieser Verbände zu boxen. In Japan und Südkorea waren (und sind wahrscheinlich auch heute noch) nur WBA und WBC als die ältesten Verbände erlaubt.

 

Nun wo ziehe ich da die Parallelen auf die Pokerszene Schweiz.

 

Zur Zeit versucht jeder Veranstalter das Rad neu zu erfinden. Einige Räder rollen schneller, bei den anderen holperts gewaltig. Innovationen sind viele da und einige werden den Pokerspielern auch etwas bringen und sich etablieren. Andere werden versanden, bevor sie überhaupt richtig erschienen sind.

 

Wo bleibt der Spieler in diesem Wirrwarr?

 

Welche Turniere soll er noch spielen?

 

Auf was konzentriert er sich?

 

Und was bringt ihm wirklich was?

 

Auf Buy In kann man im Turnierkalender im Suchfilter zur Zeit drei Spezifikationen bezüglich solcher Ranglisten eingeben.

 

Das bekannteste und auch älteste ist das Swissranking. Es gibt auch nach wie vor am meisten Veranstalter, welche solche Turniere anbieten.

 

Neu dazugekommen sind die Schweizer Skala Turniere. Auch hier wird eine Rangliste geführt und die 100  "ERSTEN" können um den Finalpott spielen. Dieser generiert sich aus den zusätzlich durch die Spieler geleisteten Zahlungen beim Turnier Buy-In. Diese Turniere werden mittlerweile von 10 Veranstaltern durchgeführt.

 

Neu dazugekommen sind jetzt noch die Reraise Poker League-Turniere sowie diverse Qualifikationsturniere bei verschiedensten Veranstaltern wie zum Beispiel Swiss Goes Vegas.

 

Was interessiert mich als Spieler? Wo mache ich mit? Zur Zeit kann ich Swissranking Turniere spielen, welche auch Schweizer-Skala gewertet werden.

 

Auch gibt es zwei Veranstalter bei denen ich Poker League-Turniere spielen kann und trotzdem Swissranking Punkte erhalte.

 

Jedoch gibt es keine Schweizer Skala Turniere welche mit Poker League-Turnieren kompatibel sind, geschweige denn Turniere wo ich für alle Punkte ernten kann.

 

Nun stelle ich mal eine Aussage in den Raum. Hierbei handelt es sich um meine persönliche Meinung, welche weder richtig noch analytisch korrekt sein muss.

 

Ich als Spieler komme in einen Konflikt. Ich kann nicht auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Ja, ja, Marko und Marcos selbstverständlich ausgeschlossen. Ergo muss ich mich für das eine oder andere entscheiden. Die Anzahl der Poker Spieler ist beschränkt. Die Anzahl der Vielspieler noch mehr.

 

Die Pokerszene wird wie beim Boxen aufgesplittet. Rudimentär gerechnet teilt sich die Szene in 3, 4 oder mehrere Lager. Die einen legen mehr Wert auf dieses, die anderen auf jenes. Ob sich dadurch die Zahlen der Spieler an den einzelnen Veranstaltungsorten steigern werden, wage ich zu bezweifeln. Viel eher denke ich, dass der eine oder andere Veranstalter in eine Sackgasse gelangt, weil er auf das falsche Pferd aufgesprungen ist. Zudem denke ich, dass es langfristig durch die Aufteilung bei den einzelnen Veranstaltern zu sinkenden Besucher Zahlen kommen wird.

 

Gleiches geschah vor einigen Jahren im Bodybuildung, viele Profis wechselten von der International Federation of Bodybuilding IFBB zu neu gegründeten Verbänden, welche bessere Aussichten auf viel Geld versprachen. Diese entpuppten sich als Seifenblasen und die Sportler begaben sich wieder zurück zur IFBB, welche auch heute noch führend ist und durch ihren Einfluss am meisten bewegen kann und somit den Sportlern langfristig am meisten bringt.

 

 

Nun ich persönlich bin gespannt auf die Entwicklung und wünsche allen viel Erfolg auf ihrem Weg.

 

Greeeeeeetzzzzzzzz Chris