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Von: Gabriel Garcia

Kennt ihr das auch eventuell? Ihr geht mit voller Vorfreude und Ergeiz an ein Turnier und als ihr ankommt kotzt euch fast alles an? Nun so erging es mir am Mittwoch bei den Royal Kings.

Eins vorweg. Nicht das Turnier, nicht der Veranstalter und nicht die Struktur waren die Ursachen für meine Laune, denn die kannte ich bereits gut. Nein, es waren vielmehr die Mitspieler, mit welchen ich am Tisch sitzen "durfte" bzw. MUSSTE.

 

Aber beginnen wir doch am Anfang:

Zürich, 15.04.2009

 

Um ca. 17.40 entscheide ich mich spontan für einen Abstecher in die Laborbar zu den Royalkings. Es ist eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass es sich hier um eine Top Location mitten im Herzen von Zürich (Vis á Vis vom Schiffbau) handelt. Einziger negative Punkt den man erwähnen könnte sind die Öffnungszeiten. Leider kann man bei den Royalkings "nur" Dienstags, Mittwochs und Sonntags spielen, wobei am Sonntag eher Turniere mit Buy-ins von CHF 500 veranstaltet werden und unter der Woche wohl nicht alle Spieler die Lust haben (Ok, bis jetzt war es oft ausverkauft :P aber für mich der negativ Punkt: Turniere unter der Woche, da ich nicht Müde nach Hause kommen will und am nächsten Morgen mit wenig Schlaf zur Arbeit gehen möchte).

 

Nun zum Turnier:

CHF 200+40 (ja CHF 40!!! Rake. Wieso ich das so schreibe erfährt ihr weiter unten) 6k Stack bei Startblinds 25/50 und Levelzeiten von 25 Minuten.

 

Das beste Event am Mittwoch. Ein Swissranking C Event. Leider steigen für meinen Geschmack die Blinds trotzdem zu schnell und zu steil. Aber würde man das flacher machen, so würde es einfach noch länger gehen und dann müsste man den nächsten Tag fast frei nehmen.

 

Nach dem ich um ca. 19.50 bei den Kings eintraff, begrüsste mich Gabriel Oldham und ich konnte zügig einchecken. Leider wurde mir berichtet, dass man dieses mal nur 2 Tische zusammenbringen würde, da sich zu wenige Spieler angemeldet haben. Naja, ich mag zwar grössere Turniere mit grösserem Teilnehmerfeld aber zur Abwechslung nimmt man ja auch so eins (für gewöhnlich sind bei den Royalkings 50< Mitspieler).

 

Ich wurde an Tisch 1 Platz 4 ausgelost. Obwohl das Turnier vorbildlich pünktlich begann, wünschte ich mir bereits nach 3 Minuten, dass ich schnellstmöglich an den anderen Tisch gemoved würde. Einer von 5 sich untereinander kennende Spieler erhöhten jede Hand auf ca. 8-10 BB's und der Freunde callte um einen Pot von 40BB's< zu kreieren.

Nicht die Tatsache störte mich, dass sie jede Hand so hoch raisten, sondern wohl eher, dass sie es blind taten. Oft wurden die Karten nicht angeschaut, aber trotzdem mit dem Spruch "Wills du bisch" gecalled. Ich wünschte mir in Late Position immer wieder eine vernünftige Hand um All-In gehen zu können. Aber dies blieb mir ersparrt. Denn zu allen übel trafen die 5 Freunde wie Dartweltmeister.

Schlimm daran war zusätzlich noch, dass sie sich untereinander kannten und abseits des Tisches ihre Hände untereinander austauschten (immer nach einem Spiel versteht sich).

 

ES SEI GESAGT, DASS DIE SPIELER NIE GEGEN DIE REGELN VERSTOSSEN HABEN. AUCH WENS MIR AB UND ZU SO RÜBERKAM.

 

Sie verbreiteten eine Stimmung wie ich sie aus Homegames kannte. Sie respektierten niemanden ausser ihren "Homies" und spielten dementsprechend. Andere Spieler veräppelten sie ein bisschen: Reto Locher, ein grossgewachsener Spieler mit einer Glatze und Brille sitzt zwischen zwei von diesen "Homies". Da fragt ihn einer: Hey bisch du VBZ Kontrolleur, du gsesch nämli so us"

 

Zusätzlich zur Ver*****ung traffen sie jedes Board. Den eigentlich spielten sie immer 5 gegen 1 oder 2 Fremden die gecalled haben. Untereinander stahlen sie sich nie die Blinds (Ich weiss nicht wies gewesen wäre, wenn ein fremder Spieler in den Blinds sitzen würde. Eventuell würden sie dem auch Walks geben oder nur den SB auffüllen)

 

Ich fühlte mich wie im falschen Film. Manchmal dachte ich, die Spieler würden untereinander ein ziemlich krasses Softplay betreiben und am Finaltable erhärtete sich mein Verdacht. Als ich plötzlich den SB dem BB einen Walk geben sah und der BB 96 zeigte, drehte der SB seine Karten um und zeigte Pocket 5. Der Spieler meinte darauf: Oh ich wäre sogar stärker gewesen als du (aha!). Ein Orbit später pushte ich vom SB und der Bigblinds foldete. Eine Hand später sagte mir der (neue SB) hättest du jetzt All-In gesagt, hätte ich dich gecalled. Und danach füllte er den BB auf und checkte durch bis zum River und zeigte mir Pocket 77. Sorry, aber wen er den Push called, dann raised der doch mit dem auch!?

 

Aber ja offensichtlich war ich nicht der einzige der ein Softplay vermutete. Gabriel Oldham (Dealer und an diesem Abend Ersatz für den Floorman) schaute einige Male die Karten dieser Spieler an und konnte kein Softplay erkennen. Ich fand es aber gut, dass er es sofort erkannte und dementsprechend Massnahmen tätigte.

Aber schlussendlich darf jeder spielen wie er möchte und es ist jedem selbst überlassen ob er Pocket Sevens jetzt limpen möchte oder Pocket Fives folden möchte. Jedoch kam es mir ziemlich strange vor.

 

Naja. Ich schied dann am Finaltable als 7. aus und war einerseits froh draussen zu sein, andererseits denke ich ständig darüber nach, wie ich 240.- zahlen kann um danach zu spielen wie an einem Homegame.

 

Ich erwarte halt an so einem Turnier profesionalität vom Veranstalter UND von den Spielern.