Da ich denke, dass die meisten mich schon kennen bzw. Live oder Online schon einmal über den Weg gelaufen sind, werde ich meine Vorstellungsrunde mal beiseite legen. Danken möchte ich trotzdem allen, die es ermöglicht haben, dass ich ein Teil von Pokeraction.info sein darf (ganz speziell Rino Mathis und auch einen ganz speziellen und herzlichen Dank an Marc Schöni der mir in jeder Situation Mut gemacht hat).
Lange habe ich auf Pokeraction gesurft und obwohl es anscheinend viele Leser gab, fehlte ein bisschen die Abwechslung. Es gab zwar immer wieder die bekannten interessanten News, jedoch blieben die Blogs eher eine Seltenheit. Mit den ständigen Neuerungen und Verbesserungen der Seite hat Pokeraction das Bloggerteam mit bekannten Namen aufgestockt: Marc Schöni, Martin Bertschi und Rino Mathis drei hervorragende Spieler und interessante Blogger sorgen seit einiger Zeit mit ihren regelmässigen Blogs für frischen angenehmen Wind.
Ich hoffe nun, diesem Standart gerecht zu werden und starte nun mit meinem 1. Blog auf Pokeraction:
Nach 1.5 Jahren intensivem Turnierspiel (Live 3-5 Turniere die Woche) mit täglichem büffeln der Materie und den Versuch immer besser zu werden kam die Zeit die sich kein Spieler wünscht. Es schien als würde nichts mehr Vorwärts gehen. Das neu erlernte Wissen brachte mich plötzlich nicht weiter und man hatte das Gefühl, als dümmerer Pokerspieler mehr gewonnen zu haben.
Zwei ganze Monate spielte ich Turnier um Turnier mit einem Misserfolg nach dem anderen. Die Buy-Ins betrugen zwischen 100.- und 300.- CHF und trotz des hohen Buy-Ins hatte ich das Gefühl von Spielern umgeben zu sein, die meinten, nach Raise, Reraise, Rereraise All-in mit Ass 5 suited trotzdem callen zu können da sie auf ihren Flush hofften (und natürlich traffen sie auch).
Während dieser Zeit konnte ich spielen was ich wollte, ich konnte einfach keine Coinflips gewinnen (Bilanz Coinflip nach 10 Turnieren war: 17Verloren 4 Gewonnen) Ich konnte auch keine Situation gewinnen in der ich 60:40 Favorit war und Ich hatte das Gefühl mit Overpairs lediglich einen Coinflip gegen tiefere Pockets zu haben.
Plötzlich geschah die Befreiung.
Glück im Unglück hatte ich bei einem Sportunfall. (Unglück) Am rechten Fuss und Knie überdehnte sich das Innenband und zusätzlich kugelte sich die Schulter aus und die Innere Verletzung die ich an der Schulter schon hatte verschlimmerte sich dermassen das die Ärzte mir zu einer Operation (die im Januar 09 stattfinden wird) rieten. Durch einen Gips, einer Schiene und einem Schulterpolster die mich Zwangen den Körper ruhig zu stellen, konnte ich nicht mehr Turniere spielen gehen.
(Glück)Dieser Unfall öffnete mir die Augen.
Ich merkte, wie mein Leben von Poker bestimmt wurde. Eigentlich müsste es umgekehrt sein, denn ich muss Poker bestimmen. Jedoch war es bis zu diesem Zeitpunkt das Pokern was mich durchs Leben trieb. Verlor ich einen Pot oder schied ich aus dem Turnier aus, so liess ich den Frust bei meinen Eltern und meiner Freundin raus. Mit meinem Kollegen konnte ich über nichts anderes sprechen als über Poker.
Ich merkte wie Poker zu einer Sucht geworden war. Ich beschloss Poker an den Nagel zu hängen. Aufzuhören und nie wieder eine Spielkarte in die Hand zu nehmen. Denn ich hatte Angst nochmals zurückzufallen und nicht mehr eine Familie bzw. eine Freundin oder einen Freund zu haben sondern eine Gastfamilie eine Scheinfreundin oder einen Pokerkollegen.
Ich teilte es meinem Freund mit und er war mit mir einer Meinung. Auch er hatte eine längere Pokerdurststrecke hinter sich und merkte wie Poker seine Stimmung im Alltag veränderte. Zwei Monate dauerte die Pause an. Und nach diesem Pokerentzug beschloss ich, das Spiel als Spiel anzusehen und nicht als Geldmacherei. Ich beschloss die Badbeats oder die Suckouts einfach hinzunehmen, da ich wusste, dass auch ich diese Verteilt habe. Zusätzlich stellte ich mir eine Goldene Regel auf:
- Poker ist Poker. Poker ist ein Spiel. Poker muss aus meinem Kopf verschwinden solange ich nicht am Tisch/Turnier sitze bzw. sobald ich einen Tisch/Turnier verlasse.
Seit dem Satellite spiele ich wieder Poker. Und momentan läuft es gut. Nicht die Resultate sind gut, sondern meine Einstellung gegenüber Poker ist konstant geblieben. Ich sehe es bis jetzt immer noch als Spiel an, bei welchem ich Leute treffe und mit Leuten Spiele.
Wieso schreib ich nun diesen Blog?
Ich bemerke oft Spieler die süchtig sind so wie ich es war. Es gibt viele Spieler, bei welchen Poker ihr Leben bestimmt. Jedoch sollten sie Poker bestimmen.
Ich hoffe einige Spieler lesen meinen Blog und bemerken auch wie das private Sozialleben durch Poker verändert wurde. Nicht durch die Tatsache, dass man Poker spielt sondern durch die Veränderung die eine Sucht in einem Menschen verursacht.
Im nächsten Blog werde ich über mein 1. Turnier in der Swiss Poker Lounge und eventuell meinem zweiten Turnier bei United Poker letzen Dienstag berichten. Ansonsten fällt dieses Turnier in den 3. Blog.
Grüsse und viel Glück an den Tischen
GGarcia222