Anzeige
 

Von: Daniel Walter

Wie jeder interessierter Pokerspieler wissen sollte, fand letztes Wochenende (13. September 2008), die zweite Ausgabe der „Million Euro Challenge“ (MEC) gesponsert und durchgeführt durch den Online Pokeranbieter FullTiltPoker.net statt.

Die letzte Challenge, im letzten Jahr in Stuttgart (Sindelfingen, 06.10.2007), war bei mir noch in guter Erinnerung:

·         Eine grosse Halle

·         Genügend Parkplätze

·         Schnelles Check-In

·         Die einzelnen Stände konnten in angenehmer Zeit absolviert werden

Zuerst wollte ich gar nicht an dieses Turnier gehen, da sich die Anfahrtszeit doch ein bisschen vergrössert hatte und grundsätzlich sich keine neuen Sachen anboten, ausser eine zweite Chance auf die Million. Irgendwann hat mir dann mein Kollege gesagt dass er sich Online qualifiziert hätte und sowieso raufflitzen würde. So habe ich es mir doch noch einmal anders überlegt, da es doch schon viel angenehmer ist nicht alleine dahin fahren zu müssen.

Nach 2 Online-Quali Versuchen, in denen ich kläglich gescheitert bin (Achtung, bin in Freerolls nicht so erfolgreich L ), habe ich dann versucht auf Pokeraction.info doch noch ein Ticket zu ergattern, im zweiten Versuch hatte es dann doch noch geklappt.

Super! Online anmelden, Kollege Bescheid geben, Hilton buchen, im Geschäft antönen dass man vielleicht am Montag und Dienstag nicht arbeiten kommen kann und schon konnte es losgehen.

Als Vorbereitung hatte ich mir noch das Memberyou.com am Freitag Abend ausgesucht, 4000 Blinds, 15 Minuten Blinds. In etwa diese von der MEC. Super fing es an mit AJ und einem nicht believer der seine TT auf dem Flop von J96 nicht loslassen konnte… Merci und Double-Up. Paar Runden später Aces, 3.5x Raise Preflop, einer geht All-In mit Jacks. I take it. Dann folgte das Desaster, mit AK gegen TT verloren, AQ vs AJ, JJ vs 88… 5ter vom Tisch. Naja, thats Poker, Morgen ist ja wichtig dachte ich mir… ;)

Am Morgen um 7:30 holte mich Michel Kuonen (Zweiter des Pokerfreunde.ch-Freerolls in Rümlang) beim Back Packers in Basel ab. Die Fahrt verbrachten wir damit uns ein bisschen auf das Turnier einzustimmen und richtig wach zu werden.

Natürlich besprachen wir auch unseren „Masterplan“, wie man am besten vorgehen sollte bei so einem Ultra-Turbo-Turnier.

Dies waren die Voraussetzungen:

Startchips: 5000
Blinds: 12 Minuten
50/100
100/200
200/400
400/800
1500/3000

Wie man bereits auf den ersten Blick sieht, es lässt nicht viel Spielraum für gewisse Moves oder Bad Beats.

Wir einigten uns darauf dass man sich in den ersten 2 Levels soviele günstige Flops wie möglich anschauen sollte und bei einem Hit aggressiv voranschreiten sollte. Wie auch an späten Positionen sehr Loose und Aggresiv zu spielen.

Die Fahrt war schnell vorbei und wir trafen in Mainz ein. Cool! Das Hilton ist ja gleich nebenan, fahren wir doch ins Parkhaus und dann zum Check-In, dachten wir uns…

Ohne eine Anzeige dass das Parkhaus voll war, standen wir dem Parkhaus-Eingang und der Bügel wollte nicht aufgehen… Gut, die Fahrt ging ungeplant noch ein bisschen im schönen Stau.

Eigentlich war unser Ziel um 11:30 eingecheckt vor der Halle zu stehen um mit dem Pokerfreunde.ch-Team ein Fotoshooting zu machen, da wir leider erst um 11:40 eintrafen und 2 RIESEN SCHLANGEN VON MENSCHEN AM ANSTEHEN sahen, wurde uns zuerst fast schlecht und natürlich war an ein Fotoshooting nicht mehr zu denken, wir sahen aber ehrlicherweise auch gar niemanden auf den ersten Blick von diesem Team.

Tja, es blieb uns nichts anderes übrig als sich hinten anzustellen. Lange Rede, kurze Zusammenfassung:

Wir standen total 1 Stunde und 40 Minuten an, in der Kälte, mit Wind und überhaupt keinen Infos ob wir überhaupt noch Platz bekommen werden oder nicht, da es ausdrücklich hiess Check-In nur bis 12 Uhr. Da von den Veranstaltern sich nicht in der Verantwortung sah die Anstehenden zu informieren wie es weitergeht, entstanden natürlich in der Schlange schnell Gerüchte und einzelne Leute liefen auch schon wieder davon. Am Ende hiess es dann noch wir stünden in der falschen Schlange! Unglaubliche Frechheit! Aber auch dass so viele Besucher rein gelassen wurden.

Ein solches Chaos hätte auch vermieden werden können wenn man im Voraus gewusst hätte in welchem Heat man spielt, aber anscheinend ist dies im Jahre 2008 immer noch nicht möglich…

Um circa 14 Uhr hatten wir uns dann schliesslich auch mal eingecheckt und konnten im Heat 3 um 17:00 antreten. In der Zwischenzeit checkten wir im Hotel ein und tranken nach all diesen sinnlosen Anstrengungen ein Bierchen und gönnten uns ein leckeres Clubsandwich mit Twister-Pommes. Hmmm ;)

Auf die Workshops und die einzelnen Stände hatten wir keine Lust, da es erstens zu viele Leute waren und zweitens keine wesentlichen Neuerungen zum Vorjahr zu ergattern waren.

In Stuttgart bekam man:

·         Baseball-Cap (gleich beim Checkin)

·         Foto mit den Pros

·         Poster

·         Mouse Pad

·         Poker Karten (Achtung, Karton Karten!)

·         Bottle cap keychain Gewinnspiel

In Mainz konnten auch 6 Goodies ergattert werden:

·         Kartendeck

·         Foto mit den Pros

·         Poster

·         Mauspad

·         Schlüsselanhänger

·         Stressbälle (Gewinnspiel)

Woah, immerhin doch 2 neue Goodies, nämlich der Schlüsselanhänger und der Stressball, den man aber nur gewinnen konnte, sehr einfallsreich.  Auf jeden fall liessen wir diese sausen nachdem es mein Kollege schnell eingesehen hatte dass es keinen Sinn macht.

So, nachdem der Tilt vom Anstehen langsam wieder am verschwinden war, ging die Uhr doch immer mehr auf 17:00 zu. Natürlich musste vor dem Heat wieder angestanden und gewartet werden, als wir dann doch alle heil in die Pokerhalle kamen.

Ich sass an den Tisch 42, Platz 1. (Ich liebe die Plätze 1-2 und 9-11…) Gleich neben der Wand und vor einem Blindtimer, schon mal keine Halsverrenkungen J

Als dann Andy Bloch und Roland De Wolfe die magischen Worte „Shuffle up and Deal“ verkündeten, konnte endlich begonnen werden zu Pokern!

Platz 1, also ich, war Dealer. Cool, wenigstens das.

Die ersten 4 Hände musste ich trotzdem folden, da bereits zum Teil heftig geraist wurde. Dann bekam ich das erste Mal AKo, ich raiste auf 600, 2 Callers.

Flop: T52

Eigentlich wäre ich als Erster dran gewesen, aber konnte ich doch verwundert feststellen dass jemand vorspielte und 1200 in den Pot warf. Für mich wären nur Fold oder Allin in Frage gekommen, ich entschied mich dann für die konservativere Variante und foldete.

Meine nächste Hand war T9s auf dem Cutoff, eine Position vor dem Button. Middleposition (MP) raist bei Blinds 100/200 auf 500, ich calle und der Bigblind (BB) auch.

Flop: A52

BB checkt, MP schaut mich an und checkt dann auch. Ich finde perfekte Zeit für ein Move, bette auf 1100 und glücklicherweise folden beide.

2 Hände später, UTG raist auf 500 (Blinds 100/200), alle folden zu mir und ich sehe mein erstes Pocketpair QQ! Reraise auf 1500, nur der initial Raiser callt.

Flop: AT8

Und er setzt an mit 800. Merci Ace, dich konnte ich nicht gebrauchen, ich mache was für das Image und openfolde meine Queens. Von ihm keine Reaktion zu sehen.

Die Blinds steigen, 200/400. Ich habe noch ca. 4100 in Chips und bin im BB. UTG raist auf 1500 (1000er hat er noch behind…), late Position geht Allin mit 1800 und ich schaue meine Karten an, AKs à All-In

UTG will eigentlich nicht callen und ringt sich dann doch durch mit der Bemerkung „ich hätte sowieso Preflop allin pushen müssen“ … Ja richtig du Schlaumeier… ;)

Es kommt zum Showdown mit folgender Aufstellung:

UTG: A9s
LP: 88
Ich; AKs

Flop: K97

Beide Aces treffen ihre Kicker, ich muss bei beiden Personen einem 2-Outer ausweichen. (2x die 9 und 2x die 8).

Turn: 9 !

Ja super merci… Trips Nines! River 4

Nach diesem Versuch hatte ich noch 1600 in Chips, normalerweise pushe ich Blind, da ich jetzt im Smallblind war und natürlich der Blind auch gleich gestiegen ist, nämlich auf 400/800. Bei einem grösseren Showdown wie vorhin gehen locker schnelle 2-3 Minuten vorüber, immerhin ¼ der Blindzeit. Aber ich konnte nicht, da bereits 2 Leute vor mir All-In pushten und ich nur eine 2 und eine 4 offsuited anschauen konnte… ich hätte auch nicht gewonnen.

Dann die nächste Hand: Ich auf dem Button, alle waren ein bisschen geschockt da der Chipleader die beiden Allins vorher für sich entscheiden konnte, mit 56s. Jetzt sass er im Bigblind. Alle foldeten zu mir auf dem Button, ich pushte mit J8s und meinen restlichen 1200, natürlich hatte der Chipleader Blind callen müssen, zu allem übel hatte er natürlich gleich noch ein Pocketpair, TT.

Flop die erste Karte gleich eine Zehn!

Flop: T75

Ich habe immerhin noch einen Inside-Straightdraw mit der 9, diese kommt aber nicht und für mich ist das Turnier zu Ende! Ein bisschen konsterniert stehe ich regungslos auf und verlasse den Saal, hatte ich mir dies doch ein bisschen anders vorgestellt. 2x mit AK und 1x mit QQ zu verlieren verträgt dieses Turnier einfach nicht. Schade, es wollte einfach nicht! Falsch gemacht habe ich nichts, denke ich Mal.

Nachdem ich mit Michel die Hände und Erlebnisse am Tisch besprach und uns noch ein paar Bierchen gönnten, nahmen wir uns vor nicht mehr Poker sondern Blackjack spielen zu gehen, dies gleich im Hilton Spielcasino nebenan. Dresscode war heute gelockert „Wegen dem Pokerturnier“, wie die Receptionistin mit einem lächeln sagte.

Das Casino war klein gestaltet aber doch sehr angenehm. Auf den ersten Blick konnte ich 2 Roulette-Tische, 2 Blackjack-Tische und circa 4-5 Pokertische erkennen, an denen Cash-Game gespielt wurde.

Der Blackjack-Tisch war aus edlem Holz und hatte 2 Ebenen,  eine wo die Chips hinkamen und dann die Betting-Ebene. Die 6 Kartendecks kamen wie in alten Zeiten in einen Schuh und diese wurden auch von Hand gemischt. Wir hatten eine gute Zeit, einerseits mit den Leuten und Dealern am Tisch die sehr freundlich waren, wie aber auch die Stimmung mit jedem Bier besser wurde.

Mit 200€ hatte ich mich eingekauft, Minimum-Bet war 10€. Eigentlich war es nicht der Sinn dass ich nochmals 100€ zücken musste als ich nurnoch 20€ vor mir hatte, aber es sollte sich als Glücksfall erweisen.

Plötzlich lief es und ich hatte meinen Verlust zu einem Gewinn umgewandelt und konnte bei der zweiten Rauchpause meinen totalen Einsatz, nämlich 300€ an der Kasse einlösen gehen. Mir blieben immer noch 315€. Nach der Pause kam ich kurze Zeit auf 650€ hoch, es wurde dann doch aber schon langsam spät und ich entschloss mich bei exakt 500€ aufzuhören, immerhin doch noch um die 750 Franken im Plus, very nice! Hotel + Benzinkosten gedeckt und als Zückerchen auf dem i erlaube ich mir noch ein Ticket für die Swiss Poker Masters zu ergattern, dies sollte doch jetzt drin liegen, vor allem da man dort recht anständig spielen kann und nicht schon nach weniger als 40 Minuten seine 7 Sachen packen muss. (Hoffe ich doch mal :D )

Nachdem wir uns noch einen Whiskey-Cola zum Abschluss gönnten, ging es ab in die Heia. Am Morgen genossen wir noch ein herrliches Frühstück im Hotel und machten uns um ca. 11 Uhr auf den Weg in die schöne Schweiz.

Kurz zusammengefasst, es ist halt wirklich eine einmalige Chance die man bekommt, was man alles auf sich nimmt wird für kurze Zeit vergessen. Ich weiss nicht ob ich bei einem allfälligen nächsten Event teilnehme… die Zeit wird es zeigen. Schade ist es einfach dass wenn ein Veranstalter einen super ersten Event hinlegt, da nimmt man automatisch an dass der zweite Event mindestens gleich gut organisiert wird. Dies war hier leider nicht so und schlussendlich ist es doch recht enttäuschend.

Auf dem Heimweg hörten wir noch im Radio „4 Runden vor Schluss führt Vettel vor Kovalainen und Kubica“. Da schaue ich seit 5 Jahren jedes Formel 1 Rennen und dann 3 Tage lang keines und es passiert so etwas!

Verrücktes Wochenende…

See you @ the tables

raz0r