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Nachtrag...

Pokerspieler, die Live Turniere in der Schweiz spielen, müssen sich keine Sorgen machen. Die Szene wird sich beruhigen.

 

Ich kann die verunsicherten und entrüsteten Reaktionen der Leser nachvollziehen. Aber ein Grossteil der CH Poker Community kennt die detaillierten Gründe dieses Ranking Twists nicht… auch ich kenne nicht jede Einzelheit…

 

Allen Vorwürfen zum Trotz… natürlich bin ich befangen… schliesslich geht es um unser Ranking…

 

Trotzdem erstaunt es mich, dass ich mit soviel Häme überschüttet wurde… ich meine nicht die Leser Kommentare auf Pokeraction, die kritisch dezent verpackt wurden… sondern die heftig offensiven SMS und Mails in den letzten 24 h…

 

Meine Wortwahl in der letzten Kolumne fiel für einmal sehr deftig aus… nicht die feine Englische… aber dazu stehe ich… allerdings sehe ich ein, dass ich das „Augenzwinkern“ nicht genügend eingebracht habe…

 

Tatsächlich bin ich eher ein besonnener Zeitgenosse, tendenziell ruhig… einer, der oft abwägt und den Konsens sucht… aber dann trete ich ausnahmsweise (in eigener Sache notabene) forsch auf und alle Dämme brechen…

 

Das habe ich in dieser Form nicht erwartet… die Toleranzgrenze ist enger als ich gedacht habe... auch hat es mich verwundert, das gewisse selbsternannte, unabhängig agierende Spieler, die neutrale Zone verlassen haben und sich plötzlich Rankingbezogen positionieren…

 

Das Swiss Ranking ist ein Qualitätsranking mit einer sportlichen Note und bildet neu auch einen Preispool. Hauptzweck der Schweizerskala ist die Generierung eines grossen Jackpots.

 

Ich denke, dass beide Ranglisten für den Spieler reizvoll sind.

 

Lange habe ich geglaubt, dass beide Rankingsysteme friedlich nebeneinander existieren könnten… ich habe mich geirrt…

 

Pokeraction hat in der Vergangenheit einige Fehler begangen und die Korrekturen sind noch nicht beendet… aber eines haben wir bis vor kurzem stets unterlassen: die Ranking Debatte öffentlich auszutragen…

 

Gerne hätten wir diesen Disput intern, zusammen mit den jeweiligen Veranstaltern gelöst… leider war nicht jeder dieser Meinung…

 

Nächsten Montag findet ein Krisenmeeting statt. Wir haben im Vorfeld vereinbart, dass Chris und Rino als Pokeraction Vertreter der Sitzung beiwohnen. Obwohl meine Teilnahme gar nicht geplant war, wurde ich explizit von der „Gegenpartei“ ausgeladen… dazu fällt mir alles und nichts ein… zumindest überrascht es mich nicht…

 

Mit oder ohne mich… diese Sitzung wird vermutlich nicht die erhoffte Wende herbeiführen… Vielleicht ein fauler Kompromiss, der spätestens in ein paar Monaten hinfällig ist… like always … die Vergangenheit hat es bewiesen…

 

Warum?

 

Zwar besteht ein gewisser Interessenkonflikt aber dieser könnte mit gegenseitigem Entgegenkommen gelöst werden.

 

Der Grund ist… der Mensch an und für sich… es sind Charakteren im Spiel, die zuerst ihre schwer überbrückbaren Differenzen ausräumen müssen… und das traue ich ihnen nicht wirklich zu… doch lasse ich mich gerne überraschen…

 

Aber das soll den allgemeinen Turnierspieler nicht weiter stören. Er wählt weiterhin die Events nach seinen eigenen Bedürfnissen aus. Das ist der richtige Ansatz.

 

Obwohl ich ein Betroffener bin, hätte ich mir einiges an Kopfschmerzen erspart, wenn ich mich nicht in diese… (ich muss mir auf die Zunge beissen) eingeschaltet hätte.

 

Hiermit verlasse ich das Klassenzimmer… (zu gerne hätte ich eine andere Institution erwähnt)… und ziehe mich wieder zurück…

 

Das chunnt scho guet… oder?

Anzeige: 1 - 5 von 5. Kommentare zu «Nachtrag...»
 
Peter Fischer aus Ruswil sagt:
Donnerstag, 13-05-10 02:33
Ich schreibe nun hier beim Nachtrag noch einen Nachtrag...

Die grundsätzliche Frage ist meiner Meinung ob den wirklich das Ranking das Problem ist? Ich glaube nicht... Die (meisten) Veranstalter wissen sehr wohl, dass beide Rankingsystemen nebeneinander funktionieren. Wieso also so viele Spieler verärgern indem man die inzwischen tiefen SR-Gebühren nicht mehr bezahlt?

Der tatsächliche Grund für den Ausstieg kann auf keinen Fall die in den buy-in.ch Interview genannten Punkte sein, denn das wäre absoluter Schwachsinn.

Wie man sich denken kann geht es ja ums Geld, denn jeder Veranstalter muss schauen wie er am Besten wirtschaften kann.

Wie Patrick im dieswöchigen Interview bereits angetönt hat, liegt das Problem meiner Meinung nach bei den durchs "SwissRanking"-Hoster Pokeraction durchgeführten SPMT's und SPM.
Ein durchschnittlicher Vielspieler, welcher aber nicht wirklich erfolgreich ist, hat ja auch nicht wirklich eine Bankroll sondern einfach ein Budget für sein Hobby. Nehmen wir an es sind 1500.- im Monat.
Spieler lieben interessante Turniere mit guten Strukturen und vielen Spielern. Also ist man ja fast gezwungen einer SPM oder SPMT beizuwohnen. So kann bei einem SPMT-Stopp schnell mal 550.- plus 350.- für einen Side-Event weggehen. Dies entspricht dann schon der Hälfte des Geldes, was er bei seinem regulären Veranstalter nicht mehr ausgibt.
Für eine SPM kann dann schon mal fast das doppelte Monatspensum draufgehen was dazu führt, dass er vielleicht nacher einige Wochen nicht mehr beim Veranstalter spielt und diese leere Tische haben. Wenige Anmeldungen enden auch noch in weniger Teilnehmer, da sich bei kleinen Anmeldemengen viele dagegen entscheiden an ein Turnier zu fahren.

Und dies sind enorme Einbussen, welche die Veranstalter haben. Wieso dies in keinem Interview zur Sprache kam, weiss ich auch nicht. Möglicherweise wurdenn die falschen Leute interviewt...
 
Christian Bachmann aus Rümlang sagt:
Donnerstag, 13-05-10 18:32
jetzt noch etwas Senf von mir....

die Spieler welche auch sehr gerne in einer Rangliste um Ehren kämpfen (auch um einen super POT am Ende), die spielen mehrheitlich an Orten wo SR oder SS Punkte ausgespielt werden.
Leider (aus meiner Sicht) gibt es etliche andere (kleine) Anbieter die einige Spieler abhalten von den grösseren Veranstaltern...

SOMIT:
Swissranking und SchweizerSkala Veranstalter RAUFT Euch zusammen ....stellt etwas NOCH besseres auf die Beine damit Ihr die Masse an Euren Turnieren habt und diese Vielfalt von Veranstaltern endlich weniger werden und wir grössere StarterFelder haben... nicht an etlichen Turnieren um die 20 Spieler....

ja, vielleicht ...versucht pro Kanton mindestens EINEN super, grossen Anbieter aufzubauen (Zürich natürlich mehr)und dann auch KantonsRanking einzuführen und am Schluss einen Winner der Kantone ... (kein zusätzliches Ranking aber wer eben im KT. Nr. 1..2...3 ist kommt ans Finale...oder so).

...geht mit dem Rake runter ...spielt jedes Mal noch einen Bounty aus oder ein Package für den Spieler der am meisten Turniere besucht hat ...(statistik für Montag, Dienstag, Mittwoch ...) oder wie auch schon in der SPL den BestHand Jackpot aber jeden Abend auszahlen... oder wie im PurePoker eine Zoggi Aktion ....Coin Flip fürs Buy in ...doppelt oder NIX ?

dann bin ich sicher das es weniger Veranstalter gibt bis Ende Jahr und Alle die MITZIEHEN haben IHRE zahlenden KUNDEN....Kollegen ...Freunde....

Gruss
Chris

...ein grosser Fan von SR und SS ....und ich mag soviele der Drahtzieher und bewundere.... hochachtungsvoll Eure LEISTUNGEN für den Pokersport das Risiko mit Euren Investitionen ....Euer Herzblut welches Ihr investiert und das soll / muss natürlich auch in Geld zurückerstattet werden ...
 
Marcel Hurni aus Umiken sagt:
Donnerstag, 13-05-10 20:28
Zuerst einmal besten Dank für die täglichen Informationen auf pokeraction. Wo könnte sich sonst der geneigte Pokerspieler über die CH-Szene informieren?? Es bleibt eigentlich nur noch pokerfirma.de oder buy-in (Turnierkalender).

Die Blogs hier auf pokeraction bieten einen tiefen Einblick in die Szene, die ein Spieler, der auf die Zeit zu einem Turnier kommt nie sieht, höchstens fühlt oder in einem Gespräch nach einen out "erdiskutiert". Danke für die "Eskalation".

Der Krieg der Rankings ist mir eigentlich egal. Später mehr dazu.

Ich ergänze gerne meine Meinung zu Peter Fischers Kommentar:

Ich bin ebenfalls ein Spieler mit einem Monatsbudget, jedoch "nur" 600 CHF pro Monat. (Ø Monatslohn ist 5000/Schweizer, wo nehmen die CHF 1500 her) Das heisst maximal 4 Turniere pro Monat mit einem Buy-in von 150 CHF. Sobald ich im Gewinn bin setzte ich diese Geld für mehr oder höhere Buy-ins ein, bzw. für Turniere mit vielen Spielern.

Ich habe versucht mir einen Turnierplan zu erstellen, um möglichst viel Poker (gespielte Stunden/Pay-out) für meinen Einsatz zu erhalten. Es sollte um CHF 100/Std. sein.

(Pay-out minus Buy-in) dividiert durch Anzahl Sunden = > 100

Dabei habe ich festgestellt und das ist der Makel der ganzen CH-Szenen (Ranking hin oder her):
Ø 40 Spieler pro Turnier (Durchschnitt!!!) und
Der Stundenlohn (siehe oben) ist sehr klein. Deepstack gehen saulange ohne wirklichen guten Stundenlohn. Dazu kommt das die Homepages mehr oder weniger schlecht aktualisiert sind.
Interessante Turniere z.B. Ostern werden an Orten gespielt, wo der letzte Nachtrag auf der Homepage von Weihnachten ist.

Ich habe mich auch zu den SMPT angemeldet, weil ich einfach am meisten mit meinem Können verdienen kann und ich das Gefühl habe, dass es am professionellsten – von den privaten Anbietern - durchgeführt wird. Ebenso hat die raispalace-tour mein Buy-in erhalten. (Keine Wertung von mir) Und jetzt geschieht genau das was Peter Fischer sagt: Ich habe wegen meiner momentanenen Erfolglosigkeit und meiner Budgetdisziplin ein paar Turniere meines Lieblingsspielortes Baden ausgelassen!!!

Etwas zum Ranking
Letztes Jahr 2009 habe ich 26 Turniere gespielt und ein plus von CHF 6000 erspielt und mir und meiner Famalie damit 2 Wochen Vegas gegönnt. Ø Buy-in 150.00 plus Main-Event SPM.

Ich behaupte jetzt einfach, dass ich wahrscheinlich in den Top 10% der gesamten Schweizer Spieler bin nach meiner Wertung ;-) Also hier mein Vorschlag für eine weitere Wertung, dem Swissvaluecashrankingpergame.
(Gesamtpot minus Buy-in) dividiert durch Anzahl Turniere = +230.00


Ich habe mit meinen wenigen Turnieren nie eine Chance ein Ranking zu gewinnen, weder das Swissranking noch das Swiss-Scala, so what. Übrigens: Ich wurde letztes erster des Dienstagsranking im GCB.

Das ganze Gezeter, um die richtigen Rankings geht es doch nur um Publicity. Wer spielt schon ganz bewusst auf die Leaderposition.

Leider CEM, trotz deinem Blog „Federer vs Fish“ hast du mit deinem Blog ELM, viel Oel ins Feuer gegossen. Aber da es jetzt brennt, werden hoffentlich die Schwachen verkohlt und abgefakelt, damit die Flurbereinigung endlich stattfindet und wir Pokerspieler endlich Orte mit vielen Spieler und gutem Pay-out haben.

@CEM bitte weiter so mit guten Blogs.

Gruss
Marcel, the success factor
 
Peter Fischer aus Ruswil sagt:
Donnerstag, 13-05-10 22:04
Die 1500 Franken waren ja auch nur ein Beispiel. Möglicherweise sind da auch zwischendurch kleine Gewinne dabei.

Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass du deine Hourly-Rate nicht in Live-Turnieren der Schweiz erreichen kannst. Wenn du wirklich voll für Profit spielen willst ist, muss man das meiner Meinung nach online tun.

Die Kosten für ein Live-Turnier(inkl. Anfahrt, Verpflegung und Rake) sind zu hoch um es profitabel zu spielen. Nicht das es nicht möglich ist, aber es ist sicher schwerer sich fixe Ziele zu setzen, da man halt wie gesagt nicht sehr viele Turniere spielt.

Aber ich spiele auch sehr gerne Live und sage mir einfach, wenn was rausschaut, ists umso schöner :)
 
Ferdinand Fischer sagt:
Dienstag, 18-05-10 15:49
Ja, leider gibt es in der Schweiz eine Gruppe rel. schwachsinniger Pokervertreter die nicht verstehen, dass wir zusammen gegen ein bevorstehendes Gerichtsurteil kämpfen sollten und nicht gegeneinander... Sie versuchen eher Grabenkämpfe mit Tretminen zu verschärfen, anstatt zusammen mal was zu erarbeiten. Falls der Schweizer Pokersport in naher Zukunft Schiffbruch erleidet, dann sind unteranderem 4 Herren schuld daran... Wir von PokerAction versuchen alles, damit das Pokern in der Schweiz legal bleibt, die anderen wünschen wohl das Gegenteil... Wir versuchen alles zum Wohle des Spielers, damit jeder Spieler einen Mehrwert hat und nichts dafür zahlen muss....

WENN ich solche sachen lese (auf facebook) muss ich mich nicht fragen wieso die fronten scheinbar verhärtet sind... und ihr euch bei pokeraction auch mit kritischen meinungen auseinandersetzen müsst. ich will jetzt nicht im detail analysieren was rino damit bewirkt hat nur dass er die gegenseite schwachsinige findet und er alleine scheinbar das Pokern vor einem allfälligen Untergang retten kann
ist ersten nicht wirklich symphatisch und zweitens nur polemisch. defacto ist es doch relativ einfach - alle stehen in einem Wettbewerb wo sich derjenige mit dem besten preis-leistungsverhältnis,- mit Transparenz und innovativen Konzepten am ende des tages durchsetzt.