Die Freundschaft von Joe „Bling Bling“ Zurzolo und mir wächst von Tag zu Tag. So kam es, dass ich mich am Freitag zu einem Ausflug in den Kanton Bern überreden liess. Joe Schumacher teilte mir mit, dass ich für den Weg lediglich eine Stunde benötigen würde. Route Michelin belehrte mich eines Besseren und ich machte mich auf den Weg ins Landesinnere. Verkehrsaufkommen ohne Ende auf der ROUTE 66 nach Thun. Wir verabredeten uns in Kilchberg BE, um von da aus zusammen nach Thun zu fliegen. Mit rund 10 Minuten Verspätung traf ich beim Kebap Stand ein, wo Joe bereits die Triebwerke seiner Rakete gestartet hatte. Im Cockpit sass Joe. Einen Falaffel in der Hand haltend kam mir dir Erleuchtung und die Gewissheit DÖNER macht wirklich SCHÖNER.
Im Tieflug und mit regelmässigen 7G trafen wir im Casino Thun ein.
Kings Poker präsentierte sich mir im alten Casino von Thun von seiner besten Seite. Wir wurden herzlich empfangen und stiegen mit rund 15 Minuten Verspätung ins Turniergeschehen ein.
Ich wurde zwischen zwei alte Sämi Schmieds platziert. Alle schauten mich an, als ob ich direkt mit meinem Bruder ET auf der Erde gelandet wäre. Ich begrüsste alle am Tisch und versuchte mein Züridütsch zu verheimlichen. Ein Spieler starrte ein Loch in meinen Bauch (habe jetzt vermutlich wieder ein SIX Pack), überwindete seinen inneren Schweinehund und sprach mich an: „Ich kenne Dich“ sagte er.
Da wir nicht Kühe miteinander gehütet hatten, brachte ich meine Hirnwindungen in Schwung und liess die letzten 40 Jahre meines Lebens Revue passieren. Ergo, das letzte Mal war ich in Thun 1989 als ich meine RS absolvierte, sprich vor 20 Jahren. Damals dürfte der Jüngling wohl kaum schon aus dem Pampers-Scheiss-Alter herausgewachsen sein, also konnte ich mich nicht an ihn erinnern. „Ja ich habe dich auf Pokeraction gesehen. Du spielst doch nächste Woche diesen Finaltable“. Von nun an veränderte sich alles am Tisch. Jeder war freundlich und ich konnte mein Spiel spielen. Den ganzen Abend hielt ich zwei Pocket Pairs und der beste Kicker bei einem As war ein Jack. Ich war Card Dead ohne Ende. Ich verlor meinen ersten All-In mit A/J gegen einen Short Stack mit 5/5, hatte noch einige Chips und stellte zwei Hände später mit K/Q All-in, call von A/10 und ich beendete das Turnier als 13. Joe sass mit Michel Fankhauser am Finaltable verlor jedoch seinen All-In mit J/J gegen die Damen und wurde 9.
Wir plauderten noch ein bisschen mit den Berner Gielen und ich konnte ihren Worten ohne Simultandolmetscher folgen (ich spreche eben doch mehr als nur vier Fremdsprachen J).
Morgens um 0230 Uhr musste auch Michel als 6. die Segel streichen. Er verlor seinen All-In mit J/10 gegen den Call mit Pocket 6.
Danach pilotierte mich Joe Häkkinen nach Kilchberg wo ich mich auf den langen Weg nach Hause machte. Ich trainierte für Deutschand sucht den Superstar und sang vor mich hin, um nicht der Müdigkeit zu erlegen. Todmüde zu Hause angekommen legte ich mich zur Ruhe.
FAZIT: Kings Poker Thun ist einen Ausflug wert. Das Casino hat einen wunderbaren Charme. Kings Poker muss jedoch ausziehen, da in nächster Zukunft das Card Casino Biel in den Räumlichkeiten des alten Casinos Thun die Turniere organisieren wird. Hoffentlich wird sich dann auch eine Lösung betreffend des Rauchens finden. Gute Nacht Joe und ich bewundere, wie Du die letzten Jahre immer wieder die langen Wege zu den verschiedensten Pokerveranstaltungen im Raum Zürich auf Dich genommen hast.
Chris Engeler